Projektsteckbrief
Sanierung Haus 4
Polizeiinspektion Zentrale Dienste Sachsen-Anhalt
Anschrift
Sternstraße 12, 39104 Magdeburg
Bauherr
Land Sachsen-Anhalt, vertreten durch das Ministerium der Finanzen LSA, realisiert durch das Amt für Immobilien- und Baumanagement Magdeburg.
Bauzeit
09/2019 - 11/2025
genehmigte Gesamtkosten
29,8 Millionen Euro
Nutzfläche
3.385 m²
Feierliche Übergabe
18.5.2026
Veranlassung
Ziel der gesamten Maßnahme ist es, eine bedarfsgerechte Unterbringung der Bediensteten sowie eine Zusammenlegung vereinzelter Standorte der Polizei der Polizeiinspektion Magdeburg sowie der Polizeiinspektion Zentrale Dienste zu erreichen, um Synergien zu schaffen. In der Planung wurden hohe Anforderungen an Sicherheit und Technik, insbesondere im Hinblick auf Redundanz und Hochverfügbarkeit, berücksichtigt und damit die Grundlage für moderne und effiziente Polizeiarbeit geschaffen.
Standort
Standortfaktoren sind die zentrale Lage in der Innenstadt und die Möglichkeit, dem denkmalgeschützten Areal der alten Trainkasernen modernes Leben einzuhauchen, das Gebiet städtebaulich zu ordnen und denkmalpflegerisch aufwertend zu gestalten. Bereits durch die Polizei genutzte Gebäude sind Teil des nachhaltigen Konzeptes der Standortentwicklung. Durch den Campuscharakter der gesamten Liegenschaft, kann eine kompakte Unterbringung der verschiedenen Abteilungen der beiden Polizeiinspektionen realisiert werden. Effektive Polizeiarbeit wird damit baulich ermöglicht.
Die Sanierung
Das denkmalgeschützte Haus 4 wurde 1887 im schlichten historischen Stil errichtet und war als Kasernengebäude Teil der damaligen Trainkaserne. Der gesamte Liegenschaftskomplex des ehemals militärisch genutzten Areals ist als Flächendenkmal ausgewiesen. Die zwischen 1884 und 1887 errichteten Bestandsgebäude sind zudem als Einzeldenkmale im Denkmalverzeichnis eingetragen.
Im Rahmen des Gesamtkonzepts zur Sanierung und Erweiterung der Liegenschaft legte die Arbeitsgemeinschaft hks/arc besonderen Wert auf die städtebauliche Einbindung der Neubauten in den historischen Bestand. Ziel war ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Alt- und Neubauten sowie eine klare räumliche Ordnung des Areals.
Die historischen Kasernen- und Funktionsbauten wurden erhalten und bilden als Zeugnisse der Magdeburger Stadtgeschichte die Grundlage für eine zeitgemäße Nutzung durch die Polizei. Gleichzeitig wurden Flächen für zukünftige Erweiterungen gesichert.
Ein prägendes gestalterisches Element ist die Anhebung des Dachgeschosses. Der dabei integrierte Lichtstreifen greift ein wiederkehrendes Gestaltungsmotiv der Liegenschaft auf und sorgt für eine verbesserte Belichtung der Innenräume.
Im Zuge der Sanierung wurde das Gebäude an die Anforderungen eines modernen Polizeidienstgebäudes angepasst. Dies umfasste insbesondere die Umsetzung aktueller Standards in den Bereichen Sicherheit, Brandschutz und Statik sowie eine funktionale Neustrukturierung der Innenräume für unterschiedliche Nutzungen.
Die charakteristische Klinkerfassade blieb erhalten und wurde durch neue Holzfenster ergänzt. So konnten sowohl denkmalpflegerische als auch energetische und sicherheitstechnische Anforderungen erfüllt werden. Darüber hinaus wurde eine barrierefreie Erschließung umgesetzt und das Gebäude an das Landesdatennetz ITN-XT angebunden.
Ein ergänzendes Energiekonzept stellt die Einhaltung der öffentlich-rechtlichen Anforderungen sicher.
Kunst am Bau
Der Siegerentwurf „DIE STERNE“ der Künstlerin Susanne Ahner (Berlin) wird im August 2026 im Foyerbereich von Haus 4 umgesetzt (Kosten: 60.000 Euro). Das raumgreifende Kunstwerk besteht aus einer Liniengrafik aus retroreflektierender Pigmentfarbe, die alle Wandflächen vom Erdgeschoss bis zum dritten Obergeschoss einschließlich des Treppenraums bespielt.
Die Gestaltung basiert auf dem Stern der Polizei Sachsen-Anhalt, der stark abstrahiert und geschossübergreifend fragmentiert dargestellt wird und nie vollständig erfassbar ist. Dadurch entsteht ein dynamisches Bild, das sich erst im Durchgang und aus unterschiedlichen Perspektiven erschließt.
Die retroreflektierenden Elemente reagieren auf Licht und Bewegung: Beim Betreten des Gebäudes erscheinen feine Linien, die sich je nach Blickwinkel und Position verändern und an anderer Stelle wieder aufleuchten. So entsteht ein lebendiges Zusammenspiel aus Architektur, Raum und Wahrnehmung.
Das Kunstwerk ergänzt die denkmalgerechte Gestaltung des Gebäudes und setzt zugleich einen eigenständigen zeitgenössischen Akzent. Es reagiert sensibel auf die vorhandene Architektur und macht den Raum durch Bewegung und Lichtwirkung immer wieder neu erfahrbar.

