Projektsteckbrief
Neubau der Polizeiaußenstelle in Gräfenhainichen
Polizeiinspektion Dessau-Roßlau
Anschrift
Bahnhofstr. 2a, 06773 Gräfenhainichen
Bauherr
Land Sachsen-Anhalt, vertreten durch das Ministerium der Finanzen LSA, realisiert durch das Amt für Immobilien- und Baumanagement Dessau-Roßlau.
Bauzeit
08/2024 - 02/2026
Freianlagen/Abruch II. BA: vrs. 11/2026
Baukosten
4,39 Millionen EUR
Nutzfläche
407 m²
Veranlassung
Ziel der Maßnahme war die bedarfsgerechte Unterbringung der Bediensteten der Polizei. Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen hatten ergeben, dass ein Neubau effizienter ist als eine Sanierung des bestehenden Gebäudes.
Bei der Planung wurden hohe Sicherheits- und technische Standards berücksichtigt. Das Projekt sollte gleichzeitig den Standort erhalten und den Dienstbetrieb während der Bauphase uneingeschränkt ermöglichen. Es wurden moderne und effiziente Arbeitsbedingungen für die Polizei geschaffen.
Standort
Das Grundstück befindet sich in zentraler Lage der Stadt Gräfenhainichen. Der Neubau wurde neben dem bestehenden Dienstgebäude errichtet. Nach dem Umzug der Bediensteten in das neue Gebäude wurde das alte Dienstgebäude abgebrochen. Auf diese Weise blieb der Standort während der gesamten Bauphase in Betrieb.
Der Neubau
Der Neubau basiert auf einem Entwurf von sfk architekten partgmbh aus Dessau.
Es handelt sich um ein zweigeschossiges Büro- und Verwaltungsgebäude mit Flachdach. Neben Arbeitsräumen wurden Umkleide- und Duschräume berücksichtigt. Das Gebäude entspricht den aktuellen Sicherheitsvorschriften für Polizeidienststellen und ist für eine geringe Besucherfrequenz von außen ausgelegt.
Ausstattung
Der Neubau wurde barrierefrei erschlossen und an das Landesdatennetz ITN-XT angeschlossen. Zur technischen Ausstattung zählen unter anderem eine Wärmepumpe, eine Fußbodenheizung sowie eine Netzersatzanlage.
Architektur und Außenanlagen
Die Fassade wurde überwiegend mit modernen Fassadenplatten gestaltet. Ein Lochraster in der straßenseitigen Verkleidung trägt zum prägnanten Anblick des Gebäudes teil. Tageslicht kann in das Gebäude gelangen, gleichzeitig werden Blicke nach Innen abgeschirmt. So verbindet die Gestaltung Ästhetik, Lichtführung und Sicherheit.
Auf der Hofseite prägen Fensterbänder die Gestaltung. Der Eingangsbereich wurde offen und verglast geplant und fügte sich harmonisch in das angrenzende öffentliche Grundstück ein.
Die Außenanlagen umfassen Stellflächen für Dienst- und Privatfahrzeuge sowie erforderliche Nebengebäude. Die Einfriedung des Grundstücks wurde optisch an die innerstädtische Lage angepasst.
Energie und Nachhaltigkeit
Beim Neubau wurden zahlreiche Maßnahmen zur Energieeffizienz und Ressourcenschonung umgesetzt.
Auf den Dachflächen des Polizeigebäudes und des Garagengebäudes wurden und werden Photovoltaikanlagen mit insgesamt 128 Modulen installiert. Die Anlagen erreichen eine Leistung von 52 kWp und erzeugen jährlich rund 45.000 kWh Strom. Ergänzt wird das System durch eine Speicherlösung mit einer Kapazität von 40 kWh.
Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergiebedarf liegt bei rund 81 Prozent. Davon entfallen etwa 66 Prozent auf die Wärmeversorgung und 15 Prozent auf die Stromversorgung.
Der Primärenergiebedarf des Gebäudes beträgt 35,8 kWh pro Quadratmeter und Jahr und liegt damit deutlich unter den Anforderungen für vergleichbare Neubauten. Auch die Treibhausgasemissionen fallen mit 2,27 Kilogramm CO₂-Äquivalent pro Quadratmeter und Jahr sehr gering aus und unterschreiten die Werte konventioneller Gebäude deutlich.
Zur weiteren nachhaltigen Nutzung tragen vier Ladepunkte für Elektrofahrzeuge mit jeweils 22 kW Leistung bei.
Auf dem Grundstück wurde zudem eine Regenwasserzisterne mit einem Speichervolumen von 12,5 Kubikmetern errichtet, die zur Bewässerung genutzt wird. Im Gebäude wurde durchgängig energieeffiziente LED-Beleuchtung installiert.

