Informationstafel
Die Benjeshecke
Sie sind mehr als nur Gestrüpp.
Die Benjeshecke ist eine besondere Form der Totholzhecke. Sie besteht aus zwei äußeren Reihen aus aufgeschichtetem Totholz und einem mittleren Streifen, in dem Sträucher und Bäume als Initialpflanzung wachsen. So entsteht mit der Zeit ein wertvoller Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten.
Der Plumpskloeffekt...
beschreibt die natürliche Aussaat durch den Kot von Vögeln und Säugetieren. Vor allem sogenannte ornithochore Samen, also die von Vögeln verbreiteten Samen, gelangen so in die Benjeshecke. Sie stammen meist aus farbigen, fleischigen Früchten und keimen dank Nährstoffeintrag besonders gut.
Winterschläfer...
finden im Geäst viele Hohlräume, die vor Raubtieren gut geschützt sind. Laub und Reisig wirken wie eine Isolationsschicht und halten die Quartiere
trocken und frostarm.
Junge Pflanzen...
sind in der dichten Hecke besonders vor dem Verbiss durch Rot- und Schwarzwild geschützt, da sie abgeschirmt wachsen können. Zuerst siedeln sich hier Pionierarten an. Das milde Mikroklima hält Feuchtigkeit im Boden. Die Hecke verhindert zudem das Austrocknen durch die Sonne und den Wind.
Hungrige...
Kleinsäuger und Insekten finden in der Benjeshecke Nahrung in Form von Samen, Rinde und weiteren Pflanzenteilen. Das Totholz bietet Lebensraum und lockt viele Insekten an: ein Festmahl für Vögel.
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Weniger Ordnung – mehr Leben
Totholz, Laub und verblühte Pflanzen sind kein Unrat, sondern wertvolle Lebensräume. Wer sie bis ins Frühjahr liegen lässt, schafft Unterschlupf für Insekten, Vögel und Kleinsäuger. Aufgepasst beim Frühjahrsputz: Bevor du Totholz beseitigst, wirf einen genauen Blick hinein: vielleicht versteckt sich dort ein Winterschläfer oder ein Bodenbrüter.
Wissenswertes
Der Anfang
Totholz wird locker aufgeschichtet und mit Pflöcken stabilisiert. In der Mitte bleibt ein Streifen frei: hier ist Platz für eine natürliche Entwicklung oder gezielte Initialpflanzung. Von außen noch kahl, bietet das Holzinnere schon jetzt Lebensraum für viele Tiere.
Eine naturnahe Hecke
Nach 8 bis 15 Jahren überwächst die Vegetation das Totholz. Um das zu beschleunigen haben wir zum Anfang in der Mitte Sträucher als Starthilfe gepflanzt.
Erste Gäste
Vögel rasten, fressen und hinterlassen ihre Spuren. So gelangen Samen in die Hecke. Neben dem Plumpskloeffekt werden auch vom Wind Samen eingetragen, sodass erste Kräuter und Jungpflanzen in der Benjeshecke keimen.
Ein Miniwald
Was in Stunden gefällt ist, braucht Jahrzehnte zur Regeneration. Bis sich eine strukturreiche Hecke oder ein Miniwald bildet, können 40 bis 100 Jahre vergehen.
Über dieses Projekt
Eine Kooperation der Hochschule Magdeburg-Stendal und des Amtes für Immobilien- und Baumanagement.
Verantwortliche:
M. Sc. Ing. Julia M. Zigann
E-Mail: julia-marie.zigann(at)h2.de
Felix Steeger (Referent Nachhaltigkeitsmanagement, AIB Magdeburg)
E-Mail: felix.steeger(at)sachsen-anhalt.de

